Unser neuer Schulleiter im Interview mit der SchülerOnlineRedaktion

Am 17. Mai 2018 hat sich Herr Hartmann Zeit genommen, um sich den Fragen unserer drei Schüler Redakteurinnen zu stellen. Das Interview fand in lockerer Atmosphäre in seinem neuen Büro statt, auf dem Tisch lagen noch die Luftballons der Europa-Feier.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Schulleiter zu werden?

Das war schon bei der Gründung 2008. Als sich die Eltern dazu entschieden, eine neue Gesamtschule zu gründen, habe ich sie aktiv begleitet und war im sogenannten „didaktischen Ausschuss”. Damit haben wir die Schule entwickelt und ab da konnte ich mir vorstellen Schulleiter zu werden. Aber nur an dieser Schule.

Sind Sie glücklich mit der Entscheidung?

Ja, obwohl ich hundemüde bin und in den letzten Wochen total platt und wirklich erschöpft war, weil die Aufgaben schon ziemlich ausdauernd sind und ich die Abteilungsleitung ja auch noch habe. Trotzdem muss ich sagen: Jetzt langsam komme ich an und denke, dass es genau die richtige Entscheidung war.

Was ist das Schönste in Ihrem Beruf?

Das Schönste sind die Abschlussveranstaltungen nach der Zehn und nach der Dreizehn – das Abitur – weil ich bei solchen Veranstaltungen eine Rede halten darf und den Schülern glückwünschen kann. Deswegen sind wir ja hier, damit die Schüler den besten Abschluss erhalten, den sie sich ermöglichen.

Was wollen Sie in Zukunft ändern?

Die Frage habe ich schon von einigen erwartet. Eigentlich nicht viel. Frau Koller hat die Schule gut aufgebaut. Was allerdings jetzt automatisch kommen muss, wo wir den ersten Jahrgang komplett durch haben, dass wir nochmal eigentlich die ganze Schule auf dem Kopf stellen müssen. Wir haben schon einen Themenspeicher angelegt in der Generalrevision, wo wir alle Punkte nochmal nachgucken müssen: was müssen wir ändern, wo müssen wir ändern? Das heißt eigentlich, dass alles nochmal aufgebessert werden muss.

Was macht Ihnen am meisten Angst?

Angst macht mir manchmal, dass wir Schüler verlieren. Dass die Zahl, die wir verlieren, größer wird. Mit verlieren meine ich diejenigen, die in der Schule Schwierigkeiten haben, die nicht mitkommen, die andere Wege einschlagen und eventuell ihren eigenen Weg später verbauen. Das macht mir wirklich Sorge. Ich hoffe, dass sich da die Gesellschaft ändert, denn es liegt nicht nur an unserer Schule oder Hemer, sondern das ist ein allgemeines Problem der Entwicklung. Das sind zum Beispiel Handys, die eine entscheidende Rolle spielen, wodurch die Schüler sich aus vielen Sachen ausklinken.

Hat Ihr neuer Beruf etwas in Ihrem Privatleben verändert, außer dass Sie mehr Zeit mit der Schule verbringen?

Ja genau, ich hab das ja vorher auch schon als Abteilungsleiter gemacht. Meine Frau und meine Tochter unterstützen mich da voll und ganz. Die finden das auch gut und haben die Entscheidung auch mitgetragen.

Wer stand noch bei der Entscheidung hinter Ihnen?

Gefühlt ganz viele. Was eine tolle Erfahrung für mich war, dass die Schulkonferenz mir hundert prozentig das Zutrauen zugesprochen hat. Dass sie mir auch Vertrauen gegeben haben. Genauso musste ich mich auch bei einem Schulausschuss vorstellen, wo ich ebenfalls hundertprozentige Zustimmung bekommen habe. Aber natürlich auch von Lehrern, Schülern und besonders auch von Eltern bekam ich positive Rückmeldung. Natürlich nicht von jedem, aber von ganz vielen. Natürlich steht meine Familie voll hinter mir. Das sind wichtige Grundlagen, um mit euch die Schule nach vorn zu bringen.

Haben Sie ein Motto, das sie umsetzen wollen?

Hmh, ich hab’ ein Motto. Eigentlich sogar mehrere, die alle in die gleiche Richtung gehen. Das Ober- Motto ist: „Die Gesamtschule Hemer sollte eine sehr gute Schule werden.“

Außerdem noch: „Das Kind/Schüler  steht im Mittelpunkt.”, „Wir unterrichten Schüler und keine Fächer”, sowie: „Beziehung kommt vor Erziehung”. Wenn man nämlich keine Beziehung zu einem Kind hat, dann kann man noch so ein guter Lehrer sein, das Unterrichtete geht in einem Ohr rein und kommt beim anderen wieder raus. Das sind meine Mottos.

Haben Sie noch irgendetwas, was Sie loswerden wollen, als Schulleiter?

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Mit euch als Schülern, mit der ganzen Schulgemeinde, mit den Eltern, mit der Stadt, mit unseren Kooperationspartnern, mit den Behörden und ich kann gar nicht alle aufzählen, aber darauf freue ich mich. Und ich glaube, das ist auch mein Ziel, dass ich versuche, mit allen in eine gute Beziehung zu kommen, denn das ist wichtig, damit wir hier eine gute Schule werden.

 

[Das Interview führten Lina Erdmann, Emilia Gesing und Moana Welzel – Schüler-Online-Redaktion]