Studienfahrt der Gesamtschule Hemer nach Wuxi in China

Kooperationen bestehen bereits seit 2016. Unterstützt wird der Austausch von der Firma Kirchhoff in Sümmern

Seit 2016 bestehen enge Kontakte zwischen dem großen Reich der Mitte und der Europaschule am Friedenspark im beschaulichen Hemer. Bereits vor zwei Jahren besuchte eine erste Gruppe Hemeraner Europaschüler eine Partnerschule in China. Mittlerweile gibt es eine zweite Kooperation mit einer Berufsschule in der Stadt Wuxi. Dorthin reiste jetzt eine Gruppe von Oberstufenschülern mit ihren beiden Begleiterinnen, der Chinesischlehrerin Sabine Usov und der Oberstufenleiterin Friederike Michel-Schuler. Sie berichten euphorisch von ihren Erlebnissen in diesem einzigartigen Land:

„Müde und gleichzeitig aufgekratzt stolpern am letzten Samstag 21 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Europaschule Hemer und ihre Begleiterinnen in Dortmund aus dem Zug aus Frankfurt. Hinter ihnen liegt eine zweiwöchige Reise durch China und im Gepäck haben sie neben chinesischen Süßigkeiten, scharfen Chilisoßen und exotischen Souvenirs jede Menge Eindrücke aus dem fernen Land.So ganz fremd ist ihnen China eigentlich nicht, haben sie doch im Fach Chinesisch, das sie seit der 11. Klasse an der Europaschule lernen, bereits einiges über das Leben in China erfahren, z. B. über das Familienleben oder das Schulsystem. Aber mit eigenen Augen sehen ist natürlich etwas ganz anderes als die Theorie.

Und so sind sie erst einmal in die Hauptstadt Beijing geflogen, waren angetan vom schönen Hotel und überwältigt von dem Straßenverkehr – 20 Millionen Beijinger verfügen über 5 Millionen Autos in ihrer Stadt!

Die muntere Reisetruppe hat dann die Verbotene Stadt (ehemalige Residenz der Kaiser von China) mit ihren 9999 ½  Räumen, den Himmelstempel, die Haupteinkaufsstraße Wangfujing mit ihren Edelkaufhäusern und den Nachtmarkt mit seinen gegrillten Skorpionen auf Spießen besichtigt und eine Akrobatik-Show besucht. Und natürlich die Große Mauer bestiegen, denn, wie es im Chinesischen heißt: Kein Held, wer nicht auf der Großen Mauer war!

Weiter ging es nach Xi’an mit seiner Terrakotta-Armee, dem quirligen muslimischen Viertel und der vollständig erhaltenen Stadtmauer, deren buckelige 14 Kilometer von den Schülern per Fahrrad und Tandem erobert wurden.

Damit war der geschichtliche Schwerpunkt der Reise zunächst beendet, nun wartete das moderne China.

1300 Kilometer liegen zwischen Xi’an und dem nächsten Ziel Suzhou, mit dem Hochgeschwindigkeitszug dauerte die Fahrt knapp 6 Stunden. Suzhou ist berühmt für seine wunderschönen Gartenanlagen,  aber das Interesse der Reisegruppe galt dem Industriepark, denn dort besitzt die Fa. Kirchhoff aus Iserlohn-Sümmern seit über 10 Jahren ein Werk. Die Schüler machten sich vor Ort ein Bild von den Produktionsbedingungen („wie in Iserlohn, nur kleiner“), erfuhren in Interviews mit den chinesischen Angestellten u. a. etwas über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Unternehmenskultur, die Ausbildungsmöglichkeiten in chinesischen Betrieben oder die Stellung der Frauen im chinesischen Arbeitsleben. Die Interviewfragen waren zuvor im Chinesischunterricht vorbereitet worden, die Aufbereitung findet momentan statt.

Auch der nächste Stopp gewährte einen Einblick in das Alltagsleben, der Besuch der Partnerschule in Wuxi bot die Möglichkeit, das Schülerleben einer Berufsschule (mit deutschsprachigem Zweig!) und das Zusammenleben in einer (Gast-) Familie kennenzulernen. Die Zusammenarbeit der beiden Schulen wurde feierlich besiegelt, in den sich anschließenden drei Tagen wurde gemeinsam mit den Partnerschülern gelernt, gewerkelt, besichtigt, ausgegangen, auf Chinesisch, Deutsch oder Englisch ausgetauscht und vor allem viel gegessen! Manche Gasteltern machten sich sogar Sorgen, dass ihre Schützlinge nicht genug essen würden. Bei der Verabschiedung flossen dann auf beiden Seiten einige Tränchen und die Europaschule freut sich schon darauf, eine chinesische Schülergruppe nächstes Jahr in Hemer begrüßen zu können.

Der letzte Besichtigungspunkt war dann Shanghai – diesen touristischen Hotspot haben sich die 21 Tapferen aufgrund der Maifeiertage mit Millionen anderen Chinesen geteilt: ein Erlebnis der anderen Art, wenn man aus einem beschaulichen deutschen Ort kommt. Von A nach B kamen die Schüler prima mit der U-Bahn. Auf dem Programm standen der Shanghai Tower mit seiner Aussichtsplattform in der 100. Etage bei schönstem Wetter, das Shanghai Geschichtsmuseum, die Altstadt mit Stadtgotttempel und Teehaus, die historische Gebäudefront am „Bund“, das Finanzzentrum mit seinen modernen Wolkenkratzern und am letzten Tag eine Unterrichtsstunde in chinesischer Kampfkunst und letzte Shopping-Möglichkeiten.

Die Koffer waren also randvoll gefüllt und ziemlich schwer!“