Gesamtschule Hemer „in Concert“: Zu Gast bei Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5, opus 64, in e-moll

Über 20 freiwillige Schüler*innen aus dem 12. und 13. Jahrgang haben sich am 18. November 2018 zu einem Konzert in Menden getroffen. Auf der Wilhelmshöhe wurde die 5. Sinfonie von Peter Tschaikowsky sowie Werke von Richard Wagner, Gustav Mahler und Johannes Brahms vorgetragen.

Auf die Aufführung haben wir uns mit einigen Informationen zur 5. Sinfonie von Peter Tschaikowsky vorbereitet: Die Uraufführung fand am 17. November 2018 in Sankt Petersburg statt, und das Werk wurde Theodor Ave-Lallemant gewidmet.

Tschaikowsky hat sich formal an den klassischen Aufbau einer Sinfonie gehalten.

  1. Andante – Scherzo. Allegro con anima – molto piu tranquillo
  2. Andante cantabile, con alcuna licenza
  3. Valse- Allegro moderato
  4. Finale. Andante Maestoso – Allegro vivace

Diese vier Sätze sind geschlossene Teile des Werkes. Doch wenn sie alleine gesieilt werden, fehlte etwas. Eine Sinfonie ist meist ein Instrumentalwerk in Form von Orchestermusik.

Der 1. Satz beginnt mit einer bedächtigen Melodie der Klarinetten. Die Melodie klingt düster und ausweglos, deshalb heißt dieser Teil „Schicksalsmotiv“ oder auch „Fatum“. Dieses Motiv erscheint uns im Laufe des Werkes immer wieder und wird leitmotivisch behandelt. Der Teil ist in e-moll geschrieben. Danach wird es energischer, und die Streicher übernehmen das Hauptthema, das sich wie ein Gewaltmarsch anhört. Tschaikowsky schrieb zum ersten Satz: „Völlige Ergebung in das Schicksal, Murren, Zweifel, Klagen, Vorwürfe“.

Der 2. Satz beginnt mit einer tiefen Einleitung der Streicher. Darauf folgt ein Hornsolo, das sehr zart klingt und in Dur gespielt wird. Tschaikowsky nannte diesen Teil den „Lichtstrahl“ des Werkes. Doch dieser „Lichtstrahl“ währt nicht lange. Denn er wird durch das „Fatum“-Motiv am Ende unterbrochen, ganz so als ob die Harmonie sich nicht durchsetzen soll.

Der 3. Satz ist ein ruhiger Walzer. Dieser Teil steht in Dur und wirkt sehr bunt, farbig und elegant. Doch auch hier zerstört das Schicksalsmotiv erneut die hoffnungsfrohe Stimmng.

Im 4. Satz kehrt das Schicksalsmotiv nun komplett zurück. Diesmal allerdings in E-Dur und nicht in e-moll. Der Hörer könnte meinen, dass das Schicksal überwunden ist.

Tschaikowsky sagte zu seiner 5. Sinfonie, dass sie ein „misslungenes Werk“ sei, obwohl er mit dieser Sinfonie sehr viel Erfolg hatte. Den Zuhörern gefiel dieses Werk sehr.

Tschaikowsky war sehr selbstkritisch. Vor der 5. Sinfonie wollte er gar nicht mehr komponieren, wie er einer Brieffreundin schrieb, doch dann zog er auf sein Landgut und verfasste diese Sinfonie in nur einigen Wochen. Als er danach das Werk als misslungen betrachtet hat, hat er sich auch gefragt, ob wirklich schon der Anfang des Endes begonnen habe. Dieser Konflikt ist in dem Werk wiederzufinden. Das Finale ist wie der Anfang. Das bedeutet: Alles befindet sich wieder am Anfang.

Das Orchester in Menden bestand aus jungen Musikern aus ganz Deutschland. Die Gesamtleitung hatte Holger Busemann. Alle Schüler*innen unserer Schule waren der Meinung, dass man ein Klassikkonzert mindestens einmal im Leben erlebt haben sollte. Es war eine einmalige Erfahrung. Auch die Regeln, wie zum Beispiel wann man Klatschen darf und wann nicht, fanden unsere Schüler*innen faszinierend.

Autor*innen: Anika Ganzer, Katja Filthaut, Daniel Wieczorek