China-Tag an der Ruhr-Universität Bochum

„Die Wahrheit in den Tatsachen suchen“ (shí shì qiú shì 实事求是) – das war das Motto, unter dem sich China vor vierzig Jahren der Welt öffnete. Seitdem hat seine internationale Bedeutung in Kultur, Politik und Wirtschaft ständig zugenommen. Heute ist China Schrittmacher bei der Entwicklung erneuerbarer Energien und ein entscheidender Partner bei der Lösung internationaler Konflikte. Inzwischen investieren Chinesen in deutsche Unternehmen, verbringen ihren Urlaub in Deutschland oder kommen zum Studium an deutsche Universitäten. An mehr als 30 nordrhein-westfälischen Schulen wird Chinesisch angeboten, an einigen sogar als zweite Fremdsprache.

„Höchste Zeit also, dass auch wir die Wahrheit in den Tatsachen suchen und uns gründlicher mit dem Reich der Mitte, seiner Sprache und Kultur, Geschichte und Gegenwart, Politik und Wirtschaft beschäftigen.“ Das dachte sich die Fakultät für Ostasienwissenschaften, als sie am 8. Februar 2018 an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) für SchülerInnen der Oberstufe nordrhein-westfälischer Gymnasien und Gesamtschulen hierzu interaktive Workshops anbot.

Die SchülerInnen der Chinesischkurse der Q1 und Q2 der GEH machten sich also auf, um in den Seminarräumen und Hörsälen der RUB den chinesischen Tatsachen auf die Spur zu kommen.

Im Workshop zum „Ersten Kaiser von China“ gingen die SchülerInnen der Q1 der Frage nach, welche Bedeutung der Erste Kaiser in Bezug auf Staatsbildung und Herrschaftssystem für das Selbstverständnis Chinas bis heute hat. In Form einer Wandzeitung informierten sie die annähernd 300 Teilnehmer des China-Tages über ihre Ergebnisse. Im Workshop „Taiwan und China – Ein oder zwei China?“ erarbeiteten die SchülerInnen der Q2 grundsätzliche Positionen verschiedener beteiligter Parteien (Festlandchina, Nationalisten, Regierung bzw. Ureinwohner Taiwans), um diese anschließend in einer öffentlichen Podiumsdiskussion zu vertreten. In einer lebhaften Debatte wurde um die Frage gestritten, inwieweit eine Vereinigung möglich und sinnvoll ist. Dies war vor den Erinnerungen an die deutsche Wiedervereinigung natürlich besonders interessant.

Sich dem Wissenschaftsbetrieb einer Universität in der zwanglosen Atmosphäre von Workshops nähern zu können, die Ergebnisse intensiver Arbeit vor einem breiten Publikum vorstellen zu können und nicht zuletzt Mensaessen in anregender Atmosphäre kennenzulernen, machten den China-Tag zu einer besonderen Erfahrung.